Mai 8, 2008
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Meeressäuger durch den Klimawandel bedroht

Der Narwal ist durch den Klimawandel offenbar noch stärker bedroht als der Eisbär, der zum Zeichen der globalen Erwärmung geworden ist. Das hat die Analyse eines Forscherteams um Ozeanographin Kristin Laidre aus Washington und den kanadischen Polarbär-Experten Ian Stirling ergeben. Wissenschaftler aus drei Ländern haben die Auswirkungen der Erwärmung auf elf arktische und subarktische Meeressäuger untersucht. Nach dem Narwal und dem Eisbären zählten die Mützenrobbe, der Grönlandwal und das Walroß zu den stärker gefährdeten Tierarten. „Wir wollten uns das gesamte Ausmaß ansehen, denn in der Vergangenheit lag die Aufmerksamkeit vor allem bei den Eisbären“, erklärt Stirling. „Wir sprechen hier ja über ein ganzes Ökosystem, über mehrere verschiedene Arten, die das Eis als Lebensraum nutzen und deshalb sehr angreifbar sind.“
Im Rahmen der Studie untersuchte das Forscherteam unterschiedliche Faktoren, um zu ermitteln, wie widerstandfähig die einzelnen Tierarten gegenüber dem zukünftigen Klimawandel sind. Bezugsgrößen waren unter anderem die Populationsgröße, die Einzigartigkeit des Lebensraums, Nahrungsvielfalt und die Fähigkeit der Tiere sich auf das abnehmende Meereis einzustellen. Dabei schnitt der Narwal am schlechtesten ab. „Der Narwal, der bis zu mehreren hundert Metern tief tauchen kann, ist ein absoluter Spezialist, der perfekt an das Leben im Packeis angepasst ist“, erklärt Studienleiterin Laidre.
Schmilzt das Eis, verändere sich nicht nur der Lebensraum des Wales dramatisch. Auch seine natürlichen Feinde wie der Schwertwal könnten leichter in sein Territorium einfallen.
„Weil der Wal sich strikt an seine Wanderungsrouten hält, ist auch das Nahrungsangebot eingeschränkt und das macht ihn sehr anfällig.“ Im Sommer verbringen die Narwale einige Monate weit im Norden in eisfreien, flacheren Küstengebieten und ziehen im Herbst in tiefere, eisbedeckte Gewässer. Selbst im Winter aber bleiben sie meist nördlich des Polarkreises. „Die Wale haben sehr spezielle Migrationswege, die sie niemals verlassen“, sagt Laidre weiter. So ziehen die Narwale Jahr für Jahr zum Übersommern oder Überwintern in die gleichen Gebiete. Dieses Verhalten veranlasst die Forscher zu der Annahme, dass der Narwal sich möglicherweise nicht schnell genug an die Veränderungen in seinem Lebensraum anpassen kann. Allerdings könne man derzeit noch keine Aussagen darüber treffen, wann und ob der Narwal überhaupt aussterben werde. Selbst wenn ein Großteil der Population einmal aussterben sollte, könnten dennoch einige geeignete Rückzugsgebiete auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben.
April 22, 2008
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Sich erwärmende, überfischte und verunreinigte Meere sind Realität. Um zu gewährleisten, dass Menschen in Zukunft auch weiterhin mit und aus den Ozeanen leben können, sei ein wesentlich besseres Monitoring erforderlich. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam der Partnership for Observation of the Global Oceans POGO http://www.ocean-partners.org anlässlich eines Treffens der internationalen Group of Earth Observations GEO http://www.earthobservations.org in Kapstadt.
Das hochkarätige Forscherteam rät dazu, mehr Untersuchungs- und Überwachungssysteme wie etwa Bojen, Forschungsschiffe, Satelliten und Navigationssysteme für einzelne Lebewesen zu installieren, um potenzielle Gefahren zu erkennen, aber auch besser zu verstehen. „Bereits vor zwei Jahrzehnten hat es geheißen, dass die internationale Staatengemeinschaft ein nachhaltiges und integriertes Ozeanüberwachungssystem installieren wird“, so Tony Haymet, Vorsitzender des POGO Exekutiv-Komitees. Nun müsse allerdings rasch vom Modellversuch zu einem echt funktionierenden System geschritten werden, ehe es einen weiteren tödlichen Tsunami oder ähnliche Katastrophen gebe.
Die Wissenschaftler meinen, ein besseres Verständnis, wie die Ozeane „funktionieren“ bringe der gesamten Menschheit zahlreiche Vorteile. Diese reichen von kurzzeitigen Vorhersagen potenziell gefährlicher Naturkatastrophen bis hin zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Ökologie des Meeres und der Küsten.
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Februar 20, 2008
· Gespeichert unter Antarktis, Fauna, Fische, Gletscher, Klima, Klimaschutz, Klimawandel, Wasser, Weltmeer
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Wissenschaftler haben beim Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) http://www.aaas.org/ in Boston davor gewarnt, dass wärmere Wassertemperaturen in der Antarktis zu einer Invasion von Raubtieren führen könnten. Damit wäre das fragile Ökosystem, das sich in den vergangenen Jahrmillionen entwickelt hat, stark bedroht, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.
Vor etwa 40 Mio. Jahren haben Temperaturabkühlungen dazu geführt, dass Krebse und andere Räuber die Antarktis Richtung Norden verließen. Dadurch konnte sich in der Antarktis eine einzigartige Fauna entwickeln. „Tatsächlich umfasst die Artenvielfalt nach konservativen Schätzungen etwa 17.000 Arten. Im Vergleich dazu beträgt die Zahl der Arten in der Arktis nur ein Drittel und in den Korallenriffen 600.000″, so Julian Gutt, Meeresforscher vom Alfred Wegener Institut für Polarforschung http://www.awi.de. Der US-Forscher Richard Aronson vom Dauphin Island Sea Lab in Alabama hat in seiner Präsentation vor den Wissenschaftlern besonders vor den Steinkrabben gewarnt, die sich auf den Weg in die Antarktis machen können. Gutt, der im Vorjahr auf der „Polarstern“ an der Antarktischen Halbinsel war, teilt diese Meinung jedoch nicht.
Mit der Ausnahme der Flachwasserzone bis etwa 100 Metern Tiefe konnte man bisher keine Temperaturveränderung des Meereswassers feststellen. Zudem sind Steinkrabben bereits vor Jahren an der Antarktischen Halbinsel beobachtet worden. „Vermehrte Funde sind wahrscheinlich auf vermehrte Forschungsaktivitäten insbesondere durch südamerikanische Forscher zurückzuführen“, so Gutt. Dass sich die Flora und Fauna aufgrund der Temperaturerwärmung in der Antarktis merklich geändert hätte, könne man verlässlich nicht sagen. „Wegen der Eisverhältnisse hat sich allerdings das Vorkommen des Krills – der wichtigsten Nahrungsquelle der großen Meeressäuger – nach Süden verschoben.“ Die Entwicklung des Krill sei sehr stark an das Eis gebunden. Zudem konnte in den vergangenen Jahren eine Abnahme der Krillbestände festgestellt werden. Für Gutt hat der menschliche Raubbau in der Antarktis weit schwerwiegendere Auswirkungen als die Erwärmung. „Allein auf der Antarktischen Halbinsel hat die kommerzielle Fischerei die Fischvorkommen so stark dezimiert, dass trotz langjährigen Fangverbots immer noch keine deutliche Erholung der Bestände eingetreten ist.“
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November 12, 2007
· Gespeichert unter Abgase, Dieselöl, Schiffe, Segelschiffe, Weltmeer
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Segel für Handelsschiffe könnten rasche Abhilfe schaffen
Abgase aus Schiffen fordern jährlich mindestens 60.000 Todesopfer! Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Wissenschaftsmagazin Environmental Science and Technology. Wenn nicht schleunigst Maßnahmen getroffen werden, werde die Opferzahl noch weiter stark steigen. Der globale Schiffsverkehr wird nämlich bis 2012 weltweit um 40 Prozent ansteigen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Für ihre Berechnungen nutzten die Wissenschaftler um James Corbett Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie haben in verschiedenen Gebieten der Erde die Häufigkeit von Krankheiten mit der Menge der Schiffsemissionen verglichen.
Jährlich blasen Schiffe, die zumeist mit schwerem Dieselöl fahren, zwischen 1,2 und 1,6 Mio. Tonnen Abgaspartikel in die Atmosphäre. Schiffe tragen etwa ein Zwölftel zum technisch-industriellen Schwefeldioxid-Ausstoß weltweit bei. Zudem emittieren sie knapp ein Sechstel der vom Menschen verursachten Stickoxide. Wie bei allen Verbrennungsvorgängen werden auch Feinstäube emittiert. Darunter befinden sich auch jene Partikel, die kleiner als zehn Mikrometer im Durchmesser sind. Besonders die ultrafeinen Partikel werden von zahlreichen Forschern immer wieder dafür verantwortlich gemacht Herz- und Lungenkrankheiten zu verursachen, da sie die Lungen-Herzschranke passieren können.
Eine Lösung gegen die Verunreinigung der Atmosphäre durch die Schiffsabgase könnte in einer Renaissance der Segel bzw. der Zugdrachen für die kommerzielle Seefahrt liegen. „Das Hamburger Unternehmen SkySails http://www.skysails.info hat ein Wind-Antriebssystem auf Basis von großen Zugdrachen bereitgestellt, das diesen Anforderungen gerecht wird“, erklärt Heinz Otto vom Bundesverband Windenergie, der sich für den Windantrieb für Handelsschiffe http://www.windschiffe.de stark macht, gegenüber pressetext. Großflächige Zugdrachen sollen die Schiffe über die Meere ziehen. Das von SkySails geplante Produktprogramm umfasst Antriebssysteme mit einer Normleistung von bis zu 5.000 kW. Das Unternehmen verspricht, dass damit im Jahresdurchschnitt Treibstoffkosten zwischen zehn und 35 Prozent gesenkt werden können.
„Mitte Dezember 2008 wird das 140-Meter lange Frachtschiff „Beluga SkySails“ der Reederei Beluga Shipping in Betrieb gehen. Damit ist Beluga Shipping die weltweit erste Reederei, die ein Schiff mit dem Zugdrachen-Antriebssystem ausrüstet.“ Seitens SkySails wird zudem daran gearbeitet bereits existierende Frachtschiffe mit solchen Zugdrachen nachträglich auszurüsten. Bereits kurz nach dem Stapellauf der Beluga soll ein solches nachgerüstetes Frachtschiff in Betrieb genommen werden.
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Oktober 22, 2007
· Gespeichert unter Klima, Klimaschutz, Ozean, Schiffe, Treibhausgase, Weltmeer
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90.000 Schiffe verursachen doppelt soviel CO2 wie Flugzeuge
London – Relativ leise gleiten die meisten der weltweit 90.000 Schiffe durch die Ozeane. Auf dem Weg durch die Weltmeere verursachen sie allerdings doppelt so viel CO2 wie alle Flugzeuge der Erde zusammen, berichtet BBC-Online. Allein in den vergangenen sechs Jahren hat der Schiffsverkehr extrem zugenommen und damit auch die Umweltbelastung durch die schwimmenden Verkehrsmittel, berichtet die Dachorganisation der Tankschifffahrt Intertanko http://www.intertanko.com .
Die International Maritime Organisation IMO http://www.imo.org bezeichnet auf ihrer eigenen Homepage den Schiffsverkehr als saubere Alternative zu anderen Verkehrsmitteln. Zudem sei der Beitrag der Schiffe zu Treibhausgasen verhältnismäßig gering. Die IMO schätzt das Gesamtvolumen der CO2-Emissionen aus Schiffen etwa gleich hoch ein wie das des globalen Flugverkehrs. Der Wert beträgt etwa drei Prozent aller CO2-Emissionen. Es sei dennoch erforderlich, dass schädliche Emissionen signifikant verringert werden müssten. In den vergangenen Dekaden sei dies durch Verbesserungen der Motoren und Antriebe erreicht worden.
Intertanko schätzt die eigenen Zahlen allerdings als realistischer ein. Einerseits sei es die Zunahme des globalen Handels, der dazu führt, dass mehr Schiffe weltweit im Einsatz sind. Andererseits ist es die steigende Nachfrage nach schnellen Lieferungen und damit verbunden eine Zunahme des Treibstoffbedarfs. Dragos Routa, einer der technischen Direktoren von Intertanko bezeichnet die Werte als Ergebnis einer Studie in Arbeit, betont aber, dass die Emissionen stark gestiegen seien.
Besonders problematisch beim Schiffsverkehr sind die häufig eingesetzten schweren Heizöle als Treibstoffe, die neben dem CO2 auch Schwefel und andere schädliche Abgase wie Stickoxid und Ruß in die Luft blasen. Nur in küstennahen Gewässern und Häfen gibt es Grenzwerte für die Schadstoffbelastung. „Auf hoher See, also in internationalen Gewässern, gibt es solche Regelungen nicht“, erklärt ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Umweltphysik (IUP) an der Universität Bremen http://www.iup.physik.uni-bremen.de gegenüber pressetext. Er schätze die Werte, die von der Intertanko veröffentlicht wurden, als realistisch ein.
Erst im September 2007 hatten Forscher vom IUP mit Hilfe von Satellitenaufzeichnungen gezeigt, dass sich die Wege der großen Schiffe anhand von „Wolkenbildungen“ durch die Abgase verfolgen lassen.
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