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Ökologisches Bauen bei mehrgeschossigen Wohngebäuden stärken

Bei mehrgeschossigen Wohngebäuden ist ökologisches Bauen verstärkt zu berücksichtigen. Das sagte heute, Donnerstag, der ÖVP-Sprecher für Wohnen, Dr. Peter Sonnberger. Im Bereich Wohnbauförderung bei mehrgeschossigen Wohnbauten sei im Bereich Klimaschutz allerdings schon einiges geschehen. So haben die Bundesländer zwingende energetische Grenzwerte in die Wohnbauförderung aufgenommen - für den Mehrwohnungsbau teilweise erst in jüngster Vergangenheit als Folge der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern gemäß Artikel 15a B-VG zur Reduktion von Treibhausgasen von 2005, erläuterte Sonnberger. ****

Aus einer Grafik in der Studie "Ökologisierung der Wohnbauförderung im mehrgeschossigen Wohnbau" (anbei) ist ersichtlich, dass sich die Grenzwerte ab 2006 schon in einem sehr niedrigen Bereich befinden. Mit der neuen 15a B-VG-Vereinbarung soll wieder ein Schritt in Richtung niedrigere Energiekennzahlen gesetzt werden, sowohl im geförderten Bereich als auch im Bereich der Bauordnungen. Die entsprechende OIB (Österreichisches Institut für Bautechnik)-Richtlinie 6 (Energieeinsparung und Wärmeschutz), über die sich die Länder grundsätzlich schon einig sind, soll hier die entsprechende Grundlage bilden.

Thermische Standards in der umfassenden Sanierung von Mehrwohnungsbauten

Bei der Berücksichtigung energetischer Maßnahmen übertrifft die Sanierungsförderung der Länder die Neubauförderung noch deutlich an Komplexität. Alle Bundesländer geben starke Anreize für energetisch hochwertige Sanierungen. Die Berechnungsmodelle für die Förderhöhe, die Förderungshöhen selbst sowie die Förderungsarten (Darlehen, Zuschuss, Annuitätenzuschuss) unterscheiden sich allerdings stark (siehe beiliegende Tabelle aus der Studie "Ökologisierung der Wohnbauförderung im mehrgeschossigen Wohnbau"). Die Förderungsmodelle der Bundesländer haben sich in den letzten Jahren trotz aller Bemühungen um Vereinheitlichung weiter auseinander entwickelt.

Wichtig ist Sonnberger auch die verstärkte Sanierung von einer Million Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Bei diesen Objekten gibt es ein besonders großes Einsparungsvolumen. Hier schlägt Sonnberger einen nicht rückzahlbaren Zuschuss für Bauspardarlehen oder die steuerliche Begünstigung für Maßnahmen im Bereich der thermischen Sanierung und Heizungserneuerung vor.

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VEÖ: EU-Klimaziele übersteigen Österreichs Möglichkeiten

E-Wirtschaft fordert ehrliche Diskussion über Kosten und Machbarkeit
Die für Österreich geforderten Klimaziele, wie sie im Klimapaket der Europäischen Kommission vom 23. Jänner 2008 formuliert wurden, sind nach Ansicht des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) aus heutiger Sicht nicht zu erreichen. Der VEÖ fordert daher eine umfassende Neuorientierung der nationalen Klimapolitik. VEÖ Generalsekretärin Barbara Schmidt: "Eine Zielvorgabe von 34 Prozent für erneuerbare Energien im Jahre 2020 übersteigt unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen die technischen und ökonomischen Möglichkeiten Österreichs."

Unter der Berücksichtigung von ökologischen Kriterien hat der VEÖ für die Bereitstellung von erneuerbaren Energien ein Potenzial von 28-29 Prozent ermittelt. Auch die Reduktion der CO2-Emissionen um 21 Prozent im Bereich der dem Zertifikatshandel unterliegenden Anlagenbetreiber sowie minus 16 Prozent für die übrigen Sektoren der Volkswirtschaft stellen markante Einschnitte in Wirtschaft und Gesellschaft dar, deren Erreichung weder technisch noch durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen abgesichert ist.

Österreichs E-Wirtschaft ist Vorreiter beim Klimaschutz

Im Rahmen der Umsetzung Klimapakets muss es zu einer gerechten Verteilung der Lasten zwischen den einzelnen Ländern kommen, fordert VEÖ Generalsekretärin Barbara Schmidt. Österreich und die österreichische E-Wirtschaft hätten bereits große Vorleistungen erbracht, die entsprechend einbezogen werden müssen. Schmidt:
"Österreichs Stromerzeugung ist mit 66,2 Prozent Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und 58,3 Prozent aus Wasserkraft EU-Spitzenreiter. Diese Vorleistungen sind anzuerkennen und auf die noch vorhandenen Potenziale ist Rücksicht zu nehmen."

In diesem Zusammenhang verwies Schmidt auch auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimapakets: Seit 1987 ist der Verbraucherpreisindex um mehr als 50 Prozent gestiegen, der Strompreis dagegen nur um 23 Prozent. Die Kosten des Klimapakets, das Strom laut Kommissionspräsident Barroso um zehn bis 15 Prozent verteuern werde, könnte damit der Preisentwicklung von zwei Jahrzehnten entsprechen. Schmidt: "Allein das würde bedeuten, dass bei rund acht Millionen Einwohnern in Österreich Kosten von mehr als 1,2 Mrd. - pro Jahr entstehen."

Zweckbindung von Erlösen aus Zertifikatsversteigerung

Wenn ab 2013 die E-Wirtschaft sämtliche Emissionsrechte verpflichtend ersteigern muss, fallen umgelegt auf die derzeitige Menge von Emissionszertifikaten (11.950.000 t) und einen geschätzten Preis von 35 bis 50 - je t (aktuelle Produktion, Verbrauchszuwächse nicht eingerechnet) zwischen 400 und knapp 600 Mio. - an zusätzlichen Kosten für die Stromproduktion an. Die Erlöse aus der Zertifikatsversteigerung sollen laut EU-Richtlinienvorschlag direkt in die Budgets der Staaten fließen. Lediglich 20 Prozent der eingenommenen Gelder sollen für Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen oder für Anpassungsmaßnahmen verwendet werden. Schmidt: Hier geht es um mehrere hundert Millionen Euro, die nicht im allgemeinen Steuertopf landen dürfen, sondern zweckgebunden für den Klimaschutz eingesetzt werden müssen.

Forderungen der E-Wirtschaft zum Klimapaket

Die österreichische Elektrizitätswirtschaft bekennt sich zum Klimaschutz, jedoch sind auch die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit zu berücksichtigen. Für eine Umsetzung der derzeitigen Vorschläge der Europäischen Kommission muss daher laut VEÖ eine Reihe von Rahmenbedingungen angepasst werden:

   - Erarbeitung eines langfristigen Energiekonzeptes: Die von der Kommission formulierten Ziele für erneuerbare Energien und CO2 sind sehr ambitioniert. Wesentlich für ihre Erreichung ist daher ein mit den tragenden Stakeholdern der Volkswirtschaft zu erarbeitendes, langfristig ausgerichtetes Energiekonzept. Dieses Energiekonzept soll die Strategie zur Zielerreichung definieren und entsprechende Maßnahmen darlegen.

   - Ehrliche Diskussion über die Kosten des Klimaschutzes: Die Umsetzung der Zielvorgaben der EU erzwingt einen Investitionsschub in allen Bereichen der Energieerzeugung und der Übertragung. Dies hat die Kommission erkannt und den Stromerzeugern die Überwälzung der Kosten zugestanden. Wesentlich für die Elektrizitätswirtschaft ist, dass die Politik die Einhebung dieser Mehrkosten im Interesse der Umwelt auch in der Öffentlichkeit unterstützt.

   - Berücksichtigung der Potenziale für erneuerbare Energien: Nach Ansicht des VEÖ übersteigt eine Zielvorgabe von 34 Prozent für erneuerbare Energien im Jahre 2020 unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen die technischen und ökonomischen Möglichkeiten Österreichs. Unter der Berücksichtigung von ökologischen Kriterien hat der VEÖ für die Bereitstellung von erneuerbaren Energien ein Potenzial von 28-29 Prozent ermittelt.

   - Zielkonflikte beseitigen: Um den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, bedarf es eines konzertierten Zusammenspiels aller Beteiligten und aller betroffenen Sektoren. Hierzu sind auch die gesetzlichen Grundlagen zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. So stehen beispielsweise die aktuelle Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie oder langwierige Genehmigungsverfahren entsprechend dem UVP-Gesetz den ambitionierten Zielsetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien - und hier gerade dem in jüngster Zeit geforderten zusätzlichen Ausbau von 700 MW Wasserkraft und 700 MW Windkraft - entgegen.

   - Mittelverwendung der Erlöse aus der Versteigerung der Zertifikate: Neben einer Sicherstellung des friktionsfreien Zuganges zu Zertifikaten setzt sich der VEÖ im Sinne der Richtlinie für eine zweckgebundene Mittelverwendung der Versteigerungserlöse in einem weit über das von der EU-Kommission vorgesehene Ausmaß von 20 Prozent der Erträge ein.

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Armutsbekämpfung und Umweltschutz: Radioschulen in Sambia trotzen der Flut

Kinder erhalten Unterricht in umweltverträglicher Landwirtschaft

In der Gemeinde Chikuni in Sambia betreibt die Kindernothilfe Österreich Radioschulen für über 800 Kinder in 10 Dörfern. Sonnenkraft ersetzt den mangelnden Strom - die Radios werden mit Solarzellen betrieben. Von den derzeitigen Überschwemmungen in Sambia ist auch das Projekt der Kindernothilfe Österreich betroffen, die Radioschule findet trotz der schwierigen Bedingungen statt.

Lebensmittel-Soforthilfe für Flutopfer
Seit November 2007 haben starke und anhaltende Regenfälle in Sambia zu schweren Überschwemmungen geführt. "Leider stehen nach wie vor sämtliche Anbauflächen der Dorfbewohner von Chikuni unter Wasser. Zur Sicherstellung der Ernährung teilt der Kindernothilfe-Partner Lebensmittelpakete aus. Zwei kleine Brücken, die die Flut weggeschwemmt hat, werden wieder aufgebaut, damit die Kinder wieder am Radiounterricht teilnehmen können" so Ina Prager, Projektverantwortliche der Kindernothilfe.

Umweltschutz zum Nachahmen
Die Kinder und Jugendlichen erhalten vier Jahre lang einmal pro Woche Radio-Unterricht in Land- und Forstwirtschaft sowie Umweltbewusstsein. Durch die Schulfunksendung lernen sie, wie sie mit Aufforstung die Wälder in der Umgebung ihrer Dörfer schützen können und wie sie möglichst gewinnbringend Obst und Gemüse anbauen. So kommen zum Beispiel beim Konservieren von Obst und Gemüse solarbetriebene Trockner zum Einsatz. Luzia Wibiral, Geschäftsführerin der Kindernothilfe Österreich: "Zu den Radioschulen gehören einfache Bewässerungsanlagen, Gärten und Baumschulen, wo die Buben und Mädchen das neue Wissen sofort umsetzen. Ziel ist es, die Ernährungs- und Einkommenssituation der Dorfgemeinschaften sowohl kurzfristig als auch nachhaltig zu verbessern und Anbaumethoden zu vermitteln, die die Ressourcen schonen."

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OMV zählt zu den 100 nachhaltigsten Unternehmen der Welt

Global 100-Ranking zeichnet zum vierten Mal Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche im Hinblick auf Nachhaltigkeit aus

Das beim heurigen Weltwirtschaftsforum in Davos präsentierte "Global 100-Ranking" führt erstmals die OMV als eines der 100 nachhaltigsten Unternehmen weltweit an. Damit gehört die OMV, die sich als zweites österreichisches Unternehmen für dieses Ranking qualifizieren konnte, zu den sechs nachhaltigsten Energieunternehmen der Welt.

Im Zuge dieses Rankings, das als wichtiges Aufnahmekriterium die Teilnahme am MSCI-Index anführt, werden nicht-finanzielle Faktoren für Shareholder-Value sowie die Unternehmensperformance im Bereich Soziales, Umwelt und Grundsätze der Unternehmensführung untersucht. Demnach zeichnet sich ein im "Global 100-Ranking" gelistetes Unternehmen dadurch aus, materielle, umwelttechnische, soziale und Führungsfaktoren, die Einfluss auf die Gelegenheiten und Risiken der jeweiligen Branche haben, im Hinblick auf Nachhaltigkeit bestens identifizieren und managen zu können.

Mehr Informationen zu "The Global 100" finden Sie auf www.global100.org

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Greenpeace fordert Klimaschutz statt Klimashow

Umweltorganisation verlangt massive CO2-Reduktion von der Autoindustrie

Zu Beginn der "Vienna Autoshow" haben heute vor der Wiener Messehalle zwanzig Greenpeace-Aktivisten aus anderthalb Tonnen Kohle ein SUV (Sport Utility Vehicle) nachgebaut. Damit protestieren sie gegen diese massiv das Klima schädigenden Spritsäufer, von denen gleich mehrere bei der Automesse in Wien ausgestellt sein werden.

"Wenn man die anderthalb Tonnen Kohle verbrennt, entstehen rund vier Tonnen CO2 – also genau- so viel, wie ein typisches SUV im Jahr ausstößt", weiß der Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof. "Die deutsche Autoindustrie setzt seit Jahren auf diese schweren Autos, während sie auf Automessen weiterhin ihre grünen Feigenblätter in die Auslagen stellt", kritisiert der Greenpeace-Sprecher. Greenpeace fordert mit seiner Aktion, dass die Autoindustrie einer massiven CO2-Reduktion ihrer Flotten zustimmt. Dabei sollen Durchschnittsemissionen von 120 Gramm CO2 pro Kilometer in 2012 und achtzig Gramm CO2 pro Kilometer in 2020 die Ziele sein.

Seit geraumer Zeit lassen sich die Aussteller auf vielen Messen für Selbstverständlichkeiten wie die Start-Stopp-Automatik feiern, die seit langem Stand der Technik sind. Mit Hybrid- oder gasbetriebenen Modellen wird vorgetäuscht, die Autos seien weitaus klimafreundlicher geworden. Der Kraftstoffverbrauch der meistverkauften Modelle wird jedoch bei weitem zu wenig verringert. "Wir brauchen eine Trendwende hin zu leichteren und effizienteren Fahrzeugen, denn alles andere ist ein purer Klimaschwindel", so Westerhofs Kritik. Die den Klimaschutz ignorierende Modell-Politik der deutschen Autoindustrie ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die durchschnittlichen CO2-Emissionen kaum sinken. Bei den beiden deutschen Herstellern Daimler und Volkswagen sind die Treibhausgas-Emissionen im vergangenen Jahr sogar wieder angestiegen. Denn nicht nur das Gewicht der Fahrzeuge wird permanent erhöht, sondern es wird auch ein massiver Marketing-Aufwand betrieben, um gerade mit den Sprit saufenden SUV ein möglichst großes Marktsegment zu erobern.

Die EU-Kommission macht mit ihrem aktuellen Gesetzesentwurf im Kampf gegen die Spritfresser gleich mehrere Fehler: Zuallererst fehlt ein langfristiges Ziel für die Zeit nach 2012. Weiters sollen Agrartreibstoffe angerechnet werden, obwohl inzwischen bekannt ist, dass deren Beitrag zum Klimaschutz ein unerheblicher ist. Auch die Geldstrafen für zu hohe Emissionen sind bei weitem zu gering. Und ein zusätzlicher essenzieller Fehler ist, dass die erlaubte Höhe der CO2-Emissionen vom Gewicht des Fahrzeuges abhängig gemacht werden soll. Dabei ist gerade eine Gewichtsreduktion der wesentlichste Schritt, um Autos sparsamer zu machen. "Statt Gewicht einzusparen, wird es sich für die Autohersteller nun auszahlen, schwerere Fahrzeuge zu bauen. Die Emissionsstandards müssen also vielmehr an die Grundfläche eines Wagen gekoppelt werden als an sein Gewicht", fordert Jurrien Westerhof.

Obwohl die EU bereits seit 1994 beabsichtigt, Emissionsnormen für Autos einzuführen, ist seitdem sehr wenig weitergegangen; was nicht zuletzt am massiven Lobbying der deutschen Autoindustrie liegt. Nun gibt es zwar einen Vorschlag der Kommission, doch wiederum kommen heftige Proteste aus Deutschland, diesmal mit Unterstützung von Österreichs Wirtschaftsminister Bartenstein.

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Greenpeace: Studie entlarvt Landwirtschaft als Klimakiller

Überdüngung, Rodungen und Tiermast tragen massiv zum Klimawandel bei

Die globale Landwirtschaft ist einer der größten Verursacher klimaschädlicher Treibhausgase. Zu diesem Schluss kommt die heute von Greenpeace veröffentlichte Studie "Cool Farming".

Vor allem die Überdüngung, aber auch die zunehmende Waldrodung, der sinkende Humusanteil im Boden und die intensive Tiermast sind in der Landwirtschaft die Hauptverursacher klimaschädlicher Gase wie CO2 (Kohlendioxid) und N2O (Lachgas). Schätzungen zufolge gehen zwischen 17 und 32 Prozent aller von Menschen verursachten Treibhausgase auf das Konto der globalen Agrarwirtschaft.

"Die Schlechte Nachricht ist, dass die industrielle  Landwirtschaft einer der Hauptverursacher des Klimawandels ist und die verursachten Umweltschäden bereits im Roten Bereich liegen", so  Greenpeace- Klimaexperte Jurrien Westerhof, "Die gute Nachricht ist, wenn sofort Gegenmaßnahmen gesetzt werden, kann die Landwirtschaft sogar einen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten."

Die Studie "Cool Farming" wurde von Pete Smith, Hauptautor des letzten Berichtes des UN-Weltklimarates UNIPCC und Professor an der Universität Aberdeen (Schottland),  im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace erstellt. "Cool Farming" ist die erste Studie, die detaillierten Aufschluss über die direkten und indirekten Einflüsse der Landwirtschaft auf den Klimawandel gibt. Zudem finden sich in der Studie auch einfach umzusetzende Lösungen, um dem derzeit vorherrschenden Trend entgegen zu wirken.

Vor allem der hohe Energie- und Chemikalieneinsatz gilt im Agrarbereich neben der Waldrodung, dem sinkenden Humusanteil in den Böden und der Tiermast als Hauptverursacher von Treibhausgasen. Die Studienautoren schätzen den Ausstoß an CO2-Äquivalenten durch die Landwirtschaft auf einen Wert zwischen 8,5 und 16,5 Milliarden Tonnen  pro Jahr. Mit 2,1 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten hat der übermäßige Einsatz von Dünger dabei den größten Anteil. Durch die Überdüngung der Felder entsteht vor allem Lachgas (N2O), das in etwa dreihundert Mal so klimaschädlich ist wie CO2.

"Gerade die Überdüngung mit Stickstoff ist sehr problematisch, weil dadurch äußerst schädliche Lachgas-Emissionen entstehen. Es braucht hier strenge Richtlinien, damit Dünger nicht in zu hohen Mengen verwendet wird", so Westerhof, "Weitere Maßnahmen sind nötig, damit der Humusanteil im Boden erhöht wird. So kann der Boden zum CO2-Speicher werden, statt zu einer CO2-Quelle, wie es derzeit zum Beispiel beim Maisanbau oft der Fall ist. Letztendlich muss aber auch der weltweite Fleischkonsum reduziert werden." Greenpeace fordert abschließend, dass jegliche Subventionen für umwelt- und klimaschädliche landwirtschaftliche Praktiken sofort gestoppt werden.

Die Studie in englischer Sprache zum Download:

www.greenpeace.at/coolfarming

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Keine Aussichten auf ein besseres Klima im Jahr 2008

Energie- und Lebensmittelpreise auf Höchstniveau

Weltklima erwärmt sich zusehends (Foto: Wolfgang Weitlaner)

Das Jahr 2007 war gekennzeichnet von der Energiekrise und vom erfolglosen Bestreben, die Klimakatastrophe in irgendeiner Form möglichst kostengünstig aufzuhalten. Wie Umweltschützer bereits im Vorfeld fürchteten, war das Ergebnis der Klimakonferenz in Bali von Uneinigkeit gekennzeichnet. Vor allem die großen Treibhausgasemittenten USA und China weigerten sich erneut, sich auf Ziele festzulegen. Erschwerend zur Situation kam hinzu, dass der Rohölpreis in diesem Jahr nur sehr knapp unter 100-Dollar pro Barrel einen neuen Höhepunkt erreichte. Um die immer größere Nachfrage nach Brennstoffen zu stillen, sind Experten auf die Idee gekommen, agrarische Produkte für die Herstellung von alternativen Treibstoffen zu nutzen. Sehr problematisch ist dabei allerdings die Tatsache, dass Umweltkatastrophen wie Dürren, Wirbelstürme und Überschwemmungen und veränderte Ernährungsgewohnheiten die Nahrungsmittelpreise ohnehin nach oben katapultierten.

Experten zufolge könnte eine festgelegte normierte Beimengung von Agro-Treibstoffen die Nahrungsmittelknappheit in den ärmeren Ländern durchaus noch verschärfen. Die Argumentation, ohnehin brachliegende Flächen für den Anbau von Getreide oder Ölhaltigen Pflanzen zu nutzen, laufe ins Leere, denn dazu würden die Flächen nicht ausreichen. Trotz moderner Technologien und immer besserer Anbaumethoden sind weltweit 37 Staaten von Hungersnöten bedroht. Die von der Industrie viel gepriesene Gentechnologie hat die Welt auch 2007 noch nicht vom Hunger befreit. Allem Anschein nach wird sie es auch in den kommenden Jahren nicht schaffen. Im Hinblick auf eine Ökologisierung der Erde konnte man 2007 keine nennenswerten Erfolge verzeichnen. Immer noch werden die Meere so stark befischt, dass mit einer ökologischen Katastrophe zu rechnen ist.

Die Klimaveränderung auf der Erde ist in vielen Teilen der Welt bereits deutlich spürbar. Wie von Klimawissenschaftlern prophezeit, ist es bereits zu einer Zunahme der Wetterextreme gekommen. Trockenheit, Dürren, extreme Niederschläge in kurzer Zeit kennzeichnen die Situation. Einen Grund zum Aufatmen gibt es allerdings weiterhin nicht, denn zwei Wochen nach dem offiziellen Ende der Hurrikan-Saison kam es zu einem der folgenschwersten Wirbelstürme in der Region. Die Folge waren Erdrutsche und Überschwemmungen und die Gefahr von Hungersnöten in insgesamt sechs Staaten der Region.

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Arktischer Sommer schon 2013 eisfrei

"Bisherige Berechnungen sind viel zu ungenau"

Die bisher dramatischste Klimavorhersage ist vom Klimaexperten Wieslaw Maslowski von der Naval Postgraduate School http://www.nps.edu in Monterey beim jährlichen Treffen der American Geophysical Union präsentiert worden. Schon in fünf bis sechs Jahren wird der Nordpol im Sommer eisfrei sein. Bisherige Berechnungen wären falsch gewesen. Im diesjährigen Nordsommer war die nordpolare Eisscholle mit 4,1 Mio. Quadratkilometern so klein wie nie zuvor.

Interessanterweise wurde die diesjährige Eisdecke in den Berechnungen des Experten gar nicht erwähnt, denn Maslowskis Daten bezogen sich auf die Periode zwischen 1979 und 2004. "Unsere Berechnungen, wonach der Sommer 2013 erstmals eisfrei sein wird, hat auch den zweiten Rekordsommer 2005 nicht miteinbezogen", erklärt der Wissenschaftler. Würde man diese Ereignisse miteinbeziehen, könnte der Zeitpunkt 2013 noch als "konservativ gelten". Maslowskis Team mit Forschern der NASA und des Institute of Oceanology sowie der Polnischen Akademie der Wissenschaften hat Modellberechnungen für die polare Region untersucht.

"Ich bin der Meinung, dass diese Klimamodelle alle unterschätzen, welche Mengen an Hitze ans Meereis durch ozeanische Advektion abgegeben wird", meint der Forscher. Daran sei vor allem die niedrige räumliche Auflösung schuld, die wichtige Detailfaktoren nicht sichtbar mache. Die von Maslowski verwendeten Systeme zeichnen ein regionales High-Resolution-Bild der Region. Selbst das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) http://www.ipcc.ch verwende eine Reihe anderer Systeme. 2007 war die Eisdecke auf die minimale Fläche von 4,1 Mio. Quadratkilometer geschrumpft, 2005 lag der Wert bei 5,32 Mio. Quadratkilometer. Der durchschnittliche Wert lag zwischen 1979 und 2000 bei 6,74 Mio. Quadratkilometer.

Dass das Eis am Nordpol extrem ausdünnt, bestätigen auch andere Experten wie etwa Peter Wadhams von der britischen Cambridge University. Auch Umweltschützer warnen vor dem bisher weit unterschätzten Phänomen. "Dass die Ausdünnung der Eisdecke am Nordpol schneller vor sich geht, machen zahlreiche neuere Studien klar", meint Silvia Herrmann, Klimasprecherin bei GLOBAL2000 http://www.global2000.at


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Klimaschutz: Korallenriffe essentiell für das Überleben

25 Prozent des Fischreichtums auf einem Prozent der Erdoberfläche

Mit der Klima-Diskussion sind auch die Korallenriffe der Erde wieder ins Scheinwerferlicht der Forscher gerückt: CNN vergleicht die Riffe mit einem Kanarienvogel in einer Mine, weil sie Indikatoren von Gefahren sind. Würde man die Lage der Riffe dieser Tage als Fisch beurteilen, sähe es nicht gerade rosig aus. Korallenriffe beheimaten ein Viertel aller weltweit vorkommenden Fischspezies und machen flächenmäßig gerade einmal ein Prozent der Erdoberfläche aus.

Korallenriffe sind das größte lebende Gebilde der Erde und gehören nun seit einigen Jahren auch zu den am stärksten gefährdeten. Seit Ende 2007 sind diese Riffe erstmals als Gesamtes auf der "Roten Liste" der gefährdeten Arten http://www.iucn.org . Nach Erhebungen des UNO-Umweltprogramms UNEP http://www.unep.org sind 30 Prozent der weltweiten Riffe bereits geschädigt, manche davon so stark, dass sie sich nicht mehr erholen können. Wenn die Zerstörung in genau dem gleichen Maßstab fortgesetzt wird, werden bis 2050 rund 70 Prozent der Korallenriffe verschwunden sein, rechnet Nature Conservancy vor.

Die meisten Riffe befinden sich im Indo-Pazifik, jener Region, die von der Ostküste Afrikas bis knapp vor der Westküste des Doppelkontinents Amerikas reicht. Hier werden die Riffe mit rund einem Prozent pro Jahr zerstört. Das mag zwar nicht sehr schlimm klingen, ist es allerdings in der Realität, denn dies entspricht der doppelten Zerstörungsrate des Regenwaldes. New Scientist hat berichtet, dass in den 1980er Jahren 40 Prozent der Korallenriffe lebende Korallenstücke enthielten, heute sind es nur noch zwei Prozent. Bedroht sind von den derzeit bekannten Korallen mehr als 600 Spezies, das entspricht etwa 76 Prozent. Bedroht sind weltweit auch 120 Mio. Menschen, die direkt von den Riffen leben.

"Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass die Korallenriffe Strukturen sind, die die Küsten schützen", meint ein Meeresbiologe. Das gelte insbesondere für jene Regionen, in denen tropische Wirbelstürme auftreten. "Das Korallensterben ist eine der Auswirkungen des Klimawandels", so Ott. Wie dramatisch sich auch nur geringe Temperaturanstiege auswirken, schildert der Meeresbiologe am Beispiel von Meeresströmungen. "Geringe Erwärmungen verhindern die Wasserzirkulation. Dadurch verändern sich Bedingungen, die seit Jahrhunderten gleich waren."

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Regenwald-Abholzung muss in Klima-Diskussion einfließen

Indonesien als Fürsprecher auf der UN-Klimakonferenz in Bali

Das Thema Abholzung müsse unbedingt in die internationale Klimaschutzdiskussion miteinfließen. Zu diesem Schluss kommt die Umweltgruppe Union of Concerned Scientists http://www.ucsusa.org aus Cambridge, Massachusetts. Europäische Unternehmen investieren Milliarden Dollar in Klimaschutzprojekte in den Entwicklungsländern. Aber das Kyoto-Protokoll berücksichtigt Waldschutzgebiete nicht. Dabei sei der Erhalt der Wälder ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com in seiner Online-Ausgabe.

Nun sehen allerdings jene Staaten, die über große Waldflächen haben, eine Chance für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll auch zu finanziellen Vorteilen zu kommen. Der erste Schritt dazu ist die Idee Waldrodungen auf die Agenda der in Bali stattfindenden vorläufig letzten Runde der UN-Klimakonferenz zu bringen. "Alle Staaten mit großen Regenwaldgebieten wollen gemeinsam auftreten, um den restlichen Ländern zu erklären, dass sie die gleichen fundamentalen Ziele verfolgen", erklärt Doug Boucher, Sprecher der Union of Concerned Scientists. Dabei habe sich Indonesien als internationale Leitfigur in diesen Belangen entwickelt, obwohl das Thema im vergangenen halben Jahr nicht angeschnitten wurde.

Die Idee, das Problem der Waldrodungen in das Thema mit einfließen zu lassen, ist allerdings nicht neu. In der ersten Dekade des Kyoto-Protokolls wurden zwar Wiederaufforstungsprojekte miteinberechnet, der Erhalt von Wäldern wurde jedoch fallen gelassen. Eine Einigung über die "verhinderte Entwaldung" konnte damals nicht erreicht werden.

Zwar mögen die Vorschläge der einzelnen Staaten verschieden sein, Konsens herrscht jedoch darüber, dass die Wälder dazu beitragen, den weltweiten CO2-Ausstoß zu verringern. Umgekehrt argumentieren die Staaten damit, dass der Erhalt der Wälder Kosten verursache.

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