Archiv für Schiffe

Schiffsabgase sind Killer

Segel für Handelsschiffe könnten rasche Abhilfe schaffen

Abgase aus Schiffen fordern jährlich mindestens 60.000 Todesopfer! Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Wissenschaftsmagazin Environmental Science and Technology. Wenn nicht schleunigst Maßnahmen getroffen werden, werde die Opferzahl noch weiter stark steigen. Der globale Schiffsverkehr wird nämlich bis 2012 weltweit um 40 Prozent ansteigen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Für ihre Berechnungen nutzten die Wissenschaftler um James Corbett Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie haben in verschiedenen Gebieten der Erde die Häufigkeit von Krankheiten mit der Menge der Schiffsemissionen verglichen.

Jährlich blasen Schiffe, die zumeist mit schwerem Dieselöl fahren, zwischen 1,2 und 1,6 Mio. Tonnen Abgaspartikel in die Atmosphäre. Schiffe tragen etwa ein Zwölftel zum technisch-industriellen Schwefeldioxid-Ausstoß weltweit bei. Zudem emittieren sie knapp ein Sechstel der vom Menschen verursachten Stickoxide. Wie bei allen Verbrennungsvorgängen werden auch Feinstäube emittiert. Darunter befinden sich auch jene Partikel, die kleiner als zehn Mikrometer im Durchmesser sind. Besonders die ultrafeinen Partikel werden von zahlreichen Forschern immer wieder dafür verantwortlich gemacht Herz- und Lungenkrankheiten zu verursachen, da sie die Lungen-Herzschranke passieren können.

Eine Lösung gegen die Verunreinigung der Atmosphäre durch die Schiffsabgase könnte in einer Renaissance der Segel bzw. der Zugdrachen für die kommerzielle Seefahrt liegen. „Das Hamburger Unternehmen SkySails http://www.skysails.info hat ein Wind-Antriebssystem auf Basis von großen Zugdrachen bereitgestellt, das diesen Anforderungen gerecht wird“, erklärt Heinz Otto vom Bundesverband Windenergie, der sich für den Windantrieb für Handelsschiffe http://www.windschiffe.de stark macht, gegenüber pressetext. Großflächige Zugdrachen sollen die Schiffe über die Meere ziehen. Das von SkySails geplante Produktprogramm umfasst Antriebssysteme mit einer Normleistung von bis zu 5.000 kW. Das Unternehmen verspricht, dass damit im Jahresdurchschnitt Treibstoffkosten zwischen zehn und 35 Prozent gesenkt werden können.

„Mitte Dezember 2008 wird das 140-Meter lange Frachtschiff „Beluga SkySails“ der Reederei Beluga Shipping in Betrieb gehen. Damit ist Beluga Shipping die weltweit erste Reederei, die ein Schiff mit dem Zugdrachen-Antriebssystem ausrüstet.“ Seitens SkySails wird zudem daran gearbeitet bereits existierende Frachtschiffe mit solchen Zugdrachen nachträglich auszurüsten. Bereits kurz nach dem Stapellauf der Beluga soll ein solches nachgerüstetes Frachtschiff in Betrieb genommen werden.

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Schiffe als Klimakiller

90.000 Schiffe verursachen doppelt soviel CO2 wie Flugzeuge

London – Relativ leise gleiten die meisten der weltweit 90.000 Schiffe durch die Ozeane. Auf dem Weg durch die Weltmeere verursachen sie allerdings doppelt so viel CO2 wie alle Flugzeuge der Erde zusammen, berichtet BBC-Online. Allein in den vergangenen sechs Jahren hat der Schiffsverkehr extrem zugenommen und damit auch die Umweltbelastung durch die schwimmenden Verkehrsmittel, berichtet die Dachorganisation der Tankschifffahrt Intertanko http://www.intertanko.com .

Die International Maritime Organisation IMO http://www.imo.org bezeichnet auf ihrer eigenen Homepage den Schiffsverkehr als saubere Alternative zu anderen Verkehrsmitteln. Zudem sei der Beitrag der Schiffe zu Treibhausgasen verhältnismäßig gering. Die IMO schätzt das Gesamtvolumen der CO2-Emissionen aus Schiffen etwa gleich hoch ein wie das des globalen Flugverkehrs. Der Wert beträgt etwa drei Prozent aller CO2-Emissionen. Es sei dennoch erforderlich, dass schädliche Emissionen signifikant verringert werden müssten. In den vergangenen Dekaden sei dies durch Verbesserungen der Motoren und Antriebe erreicht worden.

Intertanko schätzt die eigenen Zahlen allerdings als realistischer ein. Einerseits sei es die Zunahme des globalen Handels, der dazu führt, dass mehr Schiffe weltweit im Einsatz sind. Andererseits ist es die steigende Nachfrage nach schnellen Lieferungen und damit verbunden eine Zunahme des Treibstoffbedarfs. Dragos Routa, einer der technischen Direktoren von Intertanko bezeichnet die Werte als Ergebnis einer Studie in Arbeit, betont aber, dass die Emissionen stark gestiegen seien.

Besonders problematisch beim Schiffsverkehr sind die häufig eingesetzten schweren Heizöle als Treibstoffe, die neben dem CO2 auch Schwefel und andere schädliche Abgase wie Stickoxid und Ruß in die Luft blasen. Nur in küstennahen Gewässern und Häfen gibt es Grenzwerte für die Schadstoffbelastung. „Auf hoher See, also in internationalen Gewässern, gibt es solche Regelungen nicht“, erklärt ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Umweltphysik (IUP) an der Universität Bremen http://www.iup.physik.uni-bremen.de gegenüber pressetext. Er schätze die Werte, die von der Intertanko veröffentlicht wurden, als realistisch ein.

Erst im September 2007 hatten Forscher vom IUP mit Hilfe von Satellitenaufzeichnungen gezeigt, dass sich die Wege der großen Schiffe anhand von „Wolkenbildungen“ durch die Abgase verfolgen lassen.

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