UMWELTSCHUTZ WIRD ZU MARKETINGINSTRUMENT
WERBEAGENTUREN STüRZEN SICH AUF ÖKO-THEMEN
Umweltschutz ist ein derzeit ein
vieldiskutiertes Thema und stark in der Öffentlichkeit präsent.
Werbeagenturen machen sich dieses Umweltbewusstsein jetzt zunutze und
stellen den ökologischen Aspekt von Produkten stärker in den
Vordergrund, berichtet die britische Zeitung „The Independet“. Doch
nicht nur bei Produktvermarktung wird verstärkt auf Ökologie
gesetzt, auch Celebreties und Politiker springen auf den Zug auf und
geben sich umweltbewusst. Die britische Queen hat vor kurzem
angekündigt, sämtliche Emissionen, die bei ihrem Staatsbesuch in
den Vereinigten Staaten entstehen, zu kompensieren, indem sie Geld
für Umweltschutzorganisationen spendet. Viele Organisationen bieten
dieses Service für umweltbewusste Vielflieger an: Entsprechend der
zurückgelegten Kilometer und des Kohlendioxidausstoßes wird die
Höhe der nötigen finanziellen Kompensation berechnet.
Für Werbeagenturen ist die allgegenwärtige Diskussion um globale
Erwärmung ein gefundenes Fressen. Umweltschutz ist eine Idee, die
weltweit verankert ist und so kann Werbung, die auf dieses Thema
setzt, ein sehr breites Publikum ansprechen. Vor allem Produkte für
gehobene Käuferschichten präsentieren sich in der Werbung von ihrer
umweltfreundlichen Seite. Auch Autohersteller, die bislang von
Umweltschutz wenig wissen wollten, geben sich nun als Vorreiter der
ökologischen Nachhaltigkeit. So hat der schwedische Autohersteller
Saab, der zu General Motors gehört, nun ein Bio-Auto auf den Markt
gebracht. Im Werbespot soll mit Delfinen und Schmetterlingen das
Umweltbewusstsein der potenziellen Käufer angesprochen werden.
Doch auch Öko-Kampagnen
haben nur eine begrenzte Reichweite. Vor allem Menschen aus der
Mittel- und Oberschicht machen sich Gedanken über Umweltschutz, da
es ihnen selten an grundlegenden Gütern fehlt. Außerdem ist es auch
zu einer Prestigefrage geworden, möglichst umweltfreundlich zu leben,
und zwar deshalb, weil es ein Mittel ist, sich von jenen abzugrenzen,
die nicht nach solchen Prinzipien leben. Denn finanziell schwache
Konsumenten lassen sich bei ihren Einkäufen eher weniger durch
ökologisch nachhaltige Produkte beeindrucken als durch einen
möglichst günstigen Preis.