Archiv für Marketing

Die Erde braucht einen PR-Agenten

AL GORE SCHREIBT WETTBEWERB FüR KLIMASPOTS AUS

Klimaaktivisten werden von Al Gore mit „fettem“ Auto belohnt.
Washington – Der Klimaadvokat Al Gore
schreibt nach dem globalen Riesen-Event „Live Earth“ einen Wettbewerb
für die besten Werbespots zum Klimawandel aus. „Da wir mit einer
echten Notsituation unseres Planeten konfrontiert sind, müssen wir
der Erde einen PR-Agenten geben“, sagt Al Gore in der New York Times.
Der Wettbewerb, der von Gores gegründeten Umweltschutzorganisation
„Alliance for Climate Protection“ http://www.climateprotect.org
ins Leben gerufen wurde, ist der Startschuss für eine auf drei bis
fünf Jahre angelegte Werbe-Kampagne, um auf den Handlungsbedarf in
Sachen Klimaschutz hinzuweisen. Regierungen würden viel zu langsam
auf die Krise der globalen Erderwärmung reagieren, betont Gore.

Die für TV und Internet gemachten Werbespots sollen ab Herbst
ausgestrahlt werden. Zu gewinnen gibt es ein Hybridauto von Toyota,
den Highlander hybrid S.U.V. „Die Leidenschaft für dieses Thema
hervorzurufen ist eine tolle Idee. Leider ist der Preis am Ende ein
Auto, wenn auch ein Hybrid-Auto“, bedauert Greg Stern,
Geschäftsführer der Werbeagentur Butler, Shine, Stern & Partners.
Auch Greenpeace Deutschland übte Kritik an Al Gore. Weil
DaimlerChrysler als Werbepartner für Live Earth auftrat, sagte
Greenpeace die Teilnahme an der Veranstaltung, die in Deutschland in
Hamburg stattfand, ab.

„Wir haben nichts gegen das, was Al Gore tut, sondern gegen Sponsoren
wie DaimlerChrysler, die mit ihren Autos keinen Beitrag zum
Klimaschutz leisten“, erklärt Karsten Smid, Klimaexperte bei
Greenpeace, gegenüber pressetext. Der Wettbewerb für die Werbespots
sei auch grundsätzlich zu begrüßen, sagt er weiter.

Bis 12. September können Werbeagenturen aber Privatpersonen 15-, 30-
oder 60-Sekunden lange Öko-Werbespots einreichen. Die Spots sollen
auf Current TV – Gores Kabelsender – und im Internet auf
Plattformen wie MySpace und YouTube ausgestrahlt werden. Gore hofft,
dass einige TV-Sender Werbezeiten für die Spots spenden. Außerdem
plant Gore Spenden in Millionenhöhe aufzutreiben, um die Werbespots
auf Privatsendern ausstrahlen zu können.

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Umweltschutz wird zu Marketinginstrument

UMWELTSCHUTZ WIRD ZU MARKETINGINSTRUMENT
WERBEAGENTUREN STüRZEN SICH AUF ÖKO-THEMEN

Umweltschutz ist ein derzeit ein
vieldiskutiertes Thema und stark in der Öffentlichkeit präsent.
Werbeagenturen machen sich dieses Umweltbewusstsein jetzt zunutze und
stellen den ökologischen Aspekt von Produkten stärker in den
Vordergrund, berichtet die britische Zeitung „The Independet“. Doch
nicht nur bei Produktvermarktung wird verstärkt auf Ökologie
gesetzt, auch Celebreties und Politiker springen auf den Zug auf und
geben sich umweltbewusst. Die britische Queen hat vor kurzem
angekündigt, sämtliche Emissionen, die bei ihrem Staatsbesuch in
den Vereinigten Staaten entstehen, zu kompensieren, indem sie Geld
für Umweltschutzorganisationen spendet. Viele Organisationen bieten
dieses Service für umweltbewusste Vielflieger an: Entsprechend der
zurückgelegten Kilometer und des Kohlendioxidausstoßes wird die
Höhe der nötigen finanziellen Kompensation berechnet.

Für Werbeagenturen ist die allgegenwärtige Diskussion um globale
Erwärmung ein gefundenes Fressen. Umweltschutz ist eine Idee, die
weltweit verankert ist und so kann Werbung, die auf dieses Thema
setzt, ein sehr breites Publikum ansprechen. Vor allem Produkte für
gehobene Käuferschichten präsentieren sich in der Werbung von ihrer
umweltfreundlichen Seite. Auch Autohersteller, die bislang von
Umweltschutz wenig wissen wollten, geben sich nun als Vorreiter der
ökologischen Nachhaltigkeit. So hat der schwedische Autohersteller
Saab, der zu General Motors gehört, nun ein Bio-Auto auf den Markt
gebracht. Im Werbespot soll mit Delfinen und Schmetterlingen das
Umweltbewusstsein der potenziellen Käufer angesprochen werden.

Doch auch Öko-Kampagnen
haben nur eine begrenzte Reichweite. Vor allem Menschen aus der
Mittel- und Oberschicht machen sich Gedanken über Umweltschutz, da
es ihnen selten an grundlegenden Gütern fehlt. Außerdem ist es auch
zu einer Prestigefrage geworden, möglichst umweltfreundlich zu leben,
und zwar deshalb, weil es ein Mittel ist, sich von jenen abzugrenzen,
die nicht nach solchen Prinzipien leben. Denn finanziell schwache
Konsumenten lassen sich bei ihren Einkäufen eher weniger durch
ökologisch nachhaltige Produkte beeindrucken als durch einen
möglichst günstigen Preis.

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