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Wissenschaftler haben beim Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) http://www.aaas.org/ in Boston davor gewarnt, dass wärmere Wassertemperaturen in der Antarktis zu einer Invasion von Raubtieren führen könnten. Damit wäre das fragile Ökosystem, das sich in den vergangenen Jahrmillionen entwickelt hat, stark bedroht, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Vor etwa 40 Mio. Jahren haben Temperaturabkühlungen dazu geführt, dass Krebse und andere Räuber die Antarktis Richtung Norden verließen. Dadurch konnte sich in der Antarktis eine einzigartige Fauna entwickeln. „Tatsächlich umfasst die Artenvielfalt nach konservativen Schätzungen etwa 17.000 Arten. Im Vergleich dazu beträgt die Zahl der Arten in der Arktis nur ein Drittel und in den Korallenriffen 600.000″, so Julian Gutt, Meeresforscher vom Alfred Wegener Institut für Polarforschung http://www.awi.de. Der US-Forscher Richard Aronson vom Dauphin Island Sea Lab in Alabama hat in seiner Präsentation vor den Wissenschaftlern besonders vor den Steinkrabben gewarnt, die sich auf den Weg in die Antarktis machen können. Gutt, der im Vorjahr auf der „Polarstern“ an der Antarktischen Halbinsel war, teilt diese Meinung jedoch nicht. Mit der Ausnahme der Flachwasserzone bis etwa 100 Metern Tiefe konnte man bisher keine Temperaturveränderung des Meereswassers feststellen. Zudem sind Steinkrabben bereits vor Jahren an der Antarktischen Halbinsel beobachtet worden. „Vermehrte Funde sind wahrscheinlich auf vermehrte Forschungsaktivitäten insbesondere durch südamerikanische Forscher zurückzuführen“, so Gutt. Dass sich die Flora und Fauna aufgrund der Temperaturerwärmung in der Antarktis merklich geändert hätte, könne man verlässlich nicht sagen. „Wegen der Eisverhältnisse hat sich allerdings das Vorkommen des Krills – der wichtigsten Nahrungsquelle der großen Meeressäuger – nach Süden verschoben.“ Die Entwicklung des Krill sei sehr stark an das Eis gebunden. Zudem konnte in den vergangenen Jahren eine Abnahme der Krillbestände festgestellt werden. Für Gutt hat der menschliche Raubbau in der Antarktis weit schwerwiegendere Auswirkungen als die Erwärmung. „Allein auf der Antarktischen Halbinsel hat die kommerzielle Fischerei die Fischvorkommen so stark dezimiert, dass trotz langjährigen Fangverbots immer noch keine deutliche Erholung der Bestände eingetreten ist.“ |
Archiv für Gletscher
Ozeanerwärmung bedroht antarktische Meeresfauna
Schmelzendes Eis bedroht die Menschheit
UNEP-REPORT RECHNET FOLGEN DER ERWäRMUNG VOR
Nairobi – Hunderte Millionen Menschen
weltweit werden von den Folgen der abschmelzenden Polkappen und
Gletscher betroffen sein. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des
UNO-Umweltprogramms UNEP http://www.unep.org/ . Zwei der
unmittelbarsten Auswirkungen werden der Anstieg des Meeresspiegels
und die Veränderung im Wasserhaushalt der Erde sein, warnt der
Report.
„Der Report macht einfach nur deutlich,
dass sich alle Schnee- und Eisregionen der Welt auf Veränderungen
einstellen müssen“, meint UNEP-Chef Achim Steiner. Jedes
Ministerium, jede Versammlung und jedes Wohnzimmer der Welt werde
davon betroffen sein. Was Steiner kritisiert, ist eine fehlende
universelle politische Aktion. „Der Bericht soll die Öffentlichkeit
wachrütteln, damit auf die Politiker Druck ausgeübt werden kann,
etwas zu unternehmen“, so Steiner. Immer noch wären zu viele davon
überzeugt, dass die Klimaveränderung nur weit weg liegende Regionen
betreffen werde.
Der „Schnee und Eis-Report“ nimmt Bedacht auf die Gefährdung der
Ökosysteme auf der ganzen Welt und kommt zum Schluss, dass die
schmelzenden Gletscher Asiens geschätzte 40 Prozent der
Weltbevölkerung direkt betreffen werden. Die Gletscher dienen als
Trinkwasserreservoir und zur Bewässerung der Landwirtschaft. Zudem
wird die Erderwärmung in Sibirien dazu führen, dass der
Permafrostboden auftaut und große Mengen des Treibhausgases Methan
in die Atmosphäre bringt. Das Schicksal der großen Eisflächen
Grönlands und der Antarktis, dem größten Süßwasserreservoir der
Erde, müsse erst genauer untersucht werden, um besser verstanden zu
werden, subsumiert der Bericht. Forschungsarbeiten im laufenden
Polarjahr 2007/8 werden die Bedeutung der Polarregionen für das
Klima aufzeigen.
Ohne wirksamen Klimaschutz sind mindestens 145 Mio. Menschen – der
Großteil davon in Asien – an Küsten und in küstennahen Regionen
von Überflutungen bedroht. Die Studienautoren gehen auch davon aus,
dass weniger Schnee und Eis dazu führen wird, dass die Sonnenenergie
vom Land und von den Ozeanen besser absorbiert statt reflektiert wird.
Dieses „Feedback“ würde die Erwärmung zusätzlich nur anheizen und
zu abrupten Verschiebungen führen.